Die Schulzeitung der IGS Franzsches Feld

wünscht euch willkommen in der Schule!

Ein Interview mit Robert Hain

Erzählen Sie erst einmal, wer Sie sind?

Ich bin Robert Hain, arbeite seit Februar 2021 an der IGSFF als Referendar und unterrichte die Fächer Deutsch und Geschichte. Ich bin hier auf meiner absoluten Wunschschule, denn obwohl ich als Gymnasiallehrer ausgebildet wurde, hatte ich den Wunsch, mein Referendariat hier zu machen. Was zum Glück möglich war.

Welche Klasse unterrichten Sie am liebsten?

Zum Anfang meines Referendariats bin ich davon ausgegangen, dass mir das Unterrichten im 12. und 13. Jahrgang am besten gefallen wird, da das fachlich am nächsten an dem dran ist, was man im Studium/an der Universität macht. Ich habe dann mit der Zeit gemerkt, dass ich im jetzigen neunten Jahrgang, in der jetzigen 9.3, die ich für den eigenverantwortlichen Unterricht bekommen habe, sehr gerne unterrichte und habe damit auch meine Freude an der Mittelstufe gefunden. Ich glaube, dass ich eine tolle Beziehung zu der Klasse aufbauen konnte. Ich finde insgesamt den Wechsel zwischen Ober- und Mittelstufe sehr schön. Mit der Zeit habe ich auch meine Erfahrungen im 6. Jahrgang gemacht und auch an dieser Klassenstufe sehr viel Gefallen gefunden.

Haben sie eine/n Lieblings-Kollegen/in?

Ich bin bei uns im Kollegium sehr zufrieden und komme auch mit eigentlich jedem gut klar. Ganz viel zusammen im Unterricht habe ich bisher mit Frau Schmidt gemacht, und sie gehört auch zu den Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich privat Zeit verbringe. Ich verstehe mich aber zum Beispiel auch sehr gut mit Frau Kemper und Herrn Fonga sowie mit Frau Karstädt.

Was ist das Beste an ihrem Job?

Das Beste ist, glaube ich, dass ich das, was ich glaube zu können und das, was ich gerne mache, miteinander verbinden kann. Ich kann mich mit den Fächern beschäftigen, die mich interessieren. Ich kann aber auch unterrichten, was ich sehr gerne mache. Ich kann Wissen vermitteln, aber kann mich eben auch mit sehr vielseitigen Menschen beschäftigen. Ihr seht es selbst, wenn ihr euch mal umschaut, in der SchülerInnenschaft wie auch in der LehrerInnenschaft, ist niemand wie der andere. Man hat eine ganz bunte, heterogene Zusammensetzung und ich muss mich jeden Tag wieder auf unterschiedliche Situationen einstellen.

Wollten Sie schon immer Lehrer werden, oder wollten Sie erst einen anderen Job tätigen?

Als ich selbst noch zur Schule ging, konnte ich mir nicht vorstellen, irgendwann einmal als Lehrer zu arbeiten und denke, ich brauchte erst einmal eine gewisse Distanz zur Schule. Ich hatte großes Interesse an Politik und habe dann angefangen Politik und Soziologie zu studieren. Irgendwann kam jedoch der Gedanke, dass ich in diesem Beruf alles miteinander kombinieren kann, was ich gerne mache und was mir Spaß macht. Daraufhin habe ich mich, dazu entschlossen, das Lehramtstudium zu beginnen. Ich habe aber auch während des Studiums eine andere Laufbahn angedacht. Nämlich an der Uni zu bleiben, war eigentlich auch ein Plan beziehungsweise wurde es mir angeboten; ich habe mich in letzter Sekunde dann doch dagegen entschieden und beschlossen, das Referendariat zu beginnen.

Was ist Ihrer Meinung nach ein guter Lehrer?

Ein guter Lehrer ist jemand, der seine SchülerInnen begeistern kann, und zwar einerseits für Fachliches, aber auch für das pädagogische Konzept, das wir hier an der Schule haben. Für das Lernen und Leben miteinander, wie es hier auch in dieser Ganztagsschule gelebt wird. Jemand, der es hinbekommt, alle SchülerInnen da abzuholen, wo sie sind, und ihnen dabei zu helfen, individuell Ziele zu erreichen.

Haben sie Tipps gegen Schulstress oder Nervosität vor einem Test?

Frühzeitig anfangen Dinge zu erledigen und die Dinge nicht aufzuschieben, denn ich denke, dazu neigen wir alle. Auf die eigenen Stärken vertrauen, denn viele SchülerInnen mit Testangst, die ich erlebe, müssen sich gar keine Gedanken machen und sollten mit viel mehr Selbstbewusstsein an die Sache rangehen und sich klar machen, welche Stärken sie haben. Allerdings sind Lehrkräfte auch dafür zuständig, dass die SchülerInnen sich während eines Tests wohl fühlen.

Haben sie Lieblingsschüler?

Nein, ich mag alle meine Schülerinnen und Schüler gleich gern.

Wie fühlt es sich für Sie an, vorne an der Tafel zustehen und Sachen zu erklären?

Naja, es ist ein anderes Gefühl, als Lehrer vor einer Klasse zu stehen und etwas zu erklären oder als Schüler eine Präsentation zu halten. Ich hatte das Glück, dass ich während meines Studiums schon unterrichten konnte, weil ich, als ich im 2. Semester war, von meinem Professor eingestellt wurde und dann die neuen Erstsemester unterrichten durfte. Ich habe also da immer Tutorien gegeben. Dementsprechend war das für mich also eine nicht ganz so neue Situation. Natürlich ist es jetzt gleichzeitig doch etwas anderes, da ich des Öfteren auch Unterrichtsbesuche habe. Wo mir die Klassen allerdings den Stress abnehmen, da alle immer sehr gut mitmachen und das gibt mir einfach eine gewisse Sicherheit.

Sind Sie vor einem Unterrichtsbesuch dolle gestresst oder aufgeregt?

Ich bin nicht so sehr aufgeregt, nein. Es ist natürlich grundsätzlich immer eine aufregende Situation, weil man sich darauf vorbereitet, weil man weiß, dass es wichtig ist, aber ich denke, jeder kennt das: Je besser man sich auf etwas vorbereitet, umso weniger ist man aufgeregt. Auch die Gewissheit, dass die Klasse gleich ihr Bestes geben wird, gibt mir eine bestimmte Sicherheit.

Was war die schlechteste Note, die Sie in der Schule geschrieben haben?

4 Punkte (4-) in Bio.

Reden Sie mit anderen LehrerInnen privat oder im LehrerInnenzimmer über Schüler?

Ja, natürlich redet man mit den anderen KollegInnen und tauscht sich über die verschiedensten Sachen aus. Wir auch über den Unterricht hinaus viele Themen, die euch Schüler betreffen und wir müssen viel besprechen und organisieren, oder man bespricht, wann welche/r Schüler/in bei bestimmten Aktionen nicht teilnehmen kann, oder wie man welche/n Schüler/in besser unterstützen kann. Auch wenn einem abends noch etwas einfällt, muss man dies einfach noch besprechen, deshalb ist es so, dass man sowohl im LehrerInnenzimmer als auch nach der Schule über die SchülerInnen redet.

Was würden Sie den LeserInnen mit auf den Weg geben?

Dass ich sehr, sehr zufrieden damit bin, mein Referendariat hier an dieser Schule machen zu dürfen, und daran haben natürlich die SchülerInnen, also die LeserInnen dieses Interviews, einen maßgeblichen Anteil.

Das Interview wurde geführt von Sofia Müller-De Pau am 3.11.2021

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Mitarbeit und die offenen Worte!